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Warum schnäuzen Ritter in die Hände und werden trotzdem geliebt? 23. Mai 2006



Vom Leben am mittelalterlichen Hof, von Burgfräulein und Rittern, von Liebe und Kampf und davon, warum wir uns noch heute damit beschäftigen.

Malwettbewerb zur Vorlesung

Frau Prof. Dr. Kellner rief alle teilnehmenden Kinder herzlich dazu auf, ein Bild von Rittern, Burgfräulein, Burgen, Drachen oder anderen Motiven aus dem Mittelalter zu malen.

Insgesamt 15 Preise (5 Bücher und 10 CDs) haben die Firma Terzio sowie der Tessloff Verlag gesponsert, wofür wir uns sehr herzlich bedanken.

Hier gibt es die Gewinnerbilder

Noch ein Tip: Im Internet könnt ihr unter www.mediaevum.de weitere interessante Bilder aus Handschriften des Mittelalters finden.

Frau Prof. Dr. Kellner und ihre Mitarbeiter wünschen euch viel Spaß beim Malen und hoffen, dass euch die Vorlesung Spaß gemacht hat. Bleibt dran – am Mittelalter!

So hat euch die Vorlesung gefallen:

Eure Pinnwand zur Vorlesung über Ritter und Burgfräuleins

(c) Korinna Seidel
























Auch in der Mittelaltervorlesung wurde fotografiert

(c) Katharina Grottker/Jürgen Jeibmann-Photographik
Frau Prof.Dr. Kellner (2.v.r.) zwischen Kindern, Brugfräulein und Ritter

























Viele weitere schöne Fotos findet ihr in der Galerie ...

Das „Ritterlied“ vom Kürenberger

Dieses Lied haben Ritter und Burgfräulein in der Vorlesung vorgetragen. Und da ihr sicher kein Mittelhochdeutsch sprechen könnt, findet ihr unter jeder Strophe die deutsche Übersetzung.

Strophe 1

Ich zôch mir einen valken mêre danne ein jâr.
dô ich in gezamete, als ich in wolte hân,
und ich im sîn gevidere mit golde wol bewant,
er huop sich ûf vil hôhe und vlouc in anderiu lant.

Länger als ein Jahr zog ich mir einen Falken.
Als ich ihn gezähmt hatte, wie ich ihn haben wollte,
und ich sein Gefieder mit goldenen Bändern umwunden hatte,
schwang er sich hoch in die Lüfte und flog in andere Länder.

Strophe 2

Sît sach ich den valken schône vliegen,
er vuorte an sînem vuoze sîdîne riemen,
und was im sîn gevidere alrôt guldîn.
got sende sî zesamene, die gelieb wellen gerne sîn!

Später sah ich diesen Falken in schönen Schwüngen fliegen.
An seinem Fuß trug er seidene Bänder,
und sein Gefieder glänzte rotgolden.
Möge Gott diejenigen zusammenführen, die gerne einander lieben wollen!

Strophe 3

Aller wîbe wunne diu gêt noch megetîn.
als ich an sî gesende den lieben boten mîn,
jô wurbe ichz gerne selbe, waer ez ir schade niet.
in weiz, wiez ir gevalle: mir wart nie wîp als liep.

Die Zierde aller Frauen, die ist noch ein junges Mädchen.
Wenn ich meinen lieben Boten zu ihr schicke,
würde ich wirklich lieber selbst um sie werben, wäre dies nicht zu ihrem Nachteil.
Ich weiß nicht, wie es ihr gefällt, niemals war mir eine Frau so lieb.

Strophe 4

Wîp unde vederspil diu werdent lîhte zam.
swer sî ze rehte lucket, sô suochent sî den man.
als warp ein schoene ritter umbe eine vrouwen guot.
als ich dar an gedenke, sô stêt wol hôhe mîn muot.

Frauen und Jagdvögel, die werden leicht zahm.
Wenn man sie auf richtige Weise anlockt, so fliegen sie zu dem Mann.
Genauso hat ein schöner Ritter um eine edle Dame geworben.
Wenn ich daran denke, so fühle ich mich sehr glücklich.

Aus: Des Minnesangs Frühling,
bearbeitet von H. Moser und H. Tervooren, 38. Auflage, Stuttgart 1988,
Der von Kürenberg, Lied II,6-7 und 12-13.
(MF 8,33-9,8 und MF 10,9-10,20)


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